

Sauerkraut Boulevard
In den 1930er-Jahren war die East 86th Street das Herz der deutsch-amerikanischen Gemeinschaft in Manhattan. Die Einheimischen nannten sie liebevoll »Sauerkraut Boulevard« – ein Viertel, in dem Deutsch auf der Straße gesprochen wurde.
Doch zwischen Apfelstrudel und Heimatabenden formierte sich auch etwas anderes: der German-American Bund. Die Organisation versammelte Nazi-Sympathisanten, die in Uniformen durch die Straßen von Yorkville marschierten – amerikanische Flaggen neben Hakenkreuzen.
Rengha Rodewill dokumentiert dieses vergessene Kapitel der New Yorker Stadtgeschichte: die Jahre, in denen der Nationalsozialismus mitten in Amerika Fuß zu fassen versuchte – und die Menschen, die sich ihm entgegenstellten. Unter ihnen der jüdische Richter Nathan Perlman und der Gangster Meyer Lansky, die mit ungewöhnlichen Mitteln dafür sorgten, dass die Nazi-Versammlungen ein Ende fanden. In Newark kämpften die »Minute Men« gegen den Bund.
Im zweiten Teil des Buches kommen jene zu Wort, die vor dem Nationalsozialismus fliehen mussten: Heinrich und Klaus Mann, Else Lasker-Schüler, Ernst Toller, Stefan Zweig. Ihre Texte aus dem Exil sind Zeugnisse einer verlorenen Welt.
Ein Buch über Verführung, Widerstand und die Stimmen derer, die nicht schwiegen.
Taschenbuch
Abbildungen
Erscheint 2026
ISBN 978-3-910471-64-1
International Affairs
Er galt als die »Graue Eminenz« des Deutschen Kaiserreichs: Friedrich (Fritz) von Holstein (1837–1909) bestimmte über Jahrzehnte aus dem Halbdunkel der Wilhelmstraße die Außenpolitik des Reiches – ohne je an der Spitze zu stehen. Bismarck nannte ihn den »Mann mit den Hyänenaugen«, der Publizist Maximilian Harden prägte für ihn den bis heute geläufigen Begriff. Vom Aufstieg unter Bismarck über die Jahre nach dessen Entlassung bis zum Sturz in der Ersten Marokkokrise und zum zurückgezogenen Ende in der Berliner Großbeerenstraße zeichnet dieser Band ein vielschichtiges Bild eines Mannes, der lieber das Klischee vom intriganten Strippenzieher hinterließ als Memoiren.
Rengha Rodewill verknüpft eigene Recherchen und Fotografien mit historischem Bildmaterial und mit Quellentexten der Zeit. So entsteht ein Panorama der wilhelminischen Epoche und ihrer Berliner Bühnen: der Salon der Helene von Lebbin, Reichskanzler Bernhard von Bülow, die Welt der Publizistik zwischen Hardens »Zukunft«, Karl Kraus’ »Fackel« und dem Satireblatt »Kladderadatsch«, die Eulenburg-Affäre, dazu Joachim Ringelnatz und – erzählt von Philipp Fürst zu Eulenburg – das rätselhafte Ende König Ludwigs II. von Bayern. Ein dokumentarischer Lese- und Bildband über Macht, Diskretion und das Spiel im Hintergrund – und über ein Berlin, das hinter den Fassaden regiert wurde.
Taschenbuch – ePDF
Zahlr. Abbildungen
Erscheint 2026
ISBN 978-3-910471-60-3 (Taschenbuch)
ISBN 978-3-9821614-5-7 (ePDF)
Der Schrecken hat einen Namen
Das Frauenzuchthaus Hoheneck in Stollberg galt als eine der repressivsten Haftanstalten der DDR. Hier wurden politisch missliebige Frauen systematisch gebrochen, gefoltert und zur Zwangsarbeit gedrängt. Die Berliner Fotografin Rengha Rodewill hat diese authentischen Orte des Schreckens besucht und mit ihrer Kamera festgehalten, was von diesem Unrechtssystem übrig geblieben ist.
Ihre eindringlichen Bilder führen den Betrachter durch die düsteren Gänge und Zellen einer Anstalt, die bis heute von der Brutalität der SED-Diktatur zeugt. Von der historischen Außenansicht bis in die bedrohlichen Innenräume dokumentiert Rodewill nicht nur die baulichen Relikte, sondern macht die Atmosphäre des Terrors spürbar, die noch immer in diesen Mauern zu leben scheint.
Acht bewegende Einzelschicksale geben den anonymen Opfern ein Gesicht. Frauen berichten von ihrer Verfolgung durch die Staatssicherheit, von Willkür und Misshandlung, von der systematischen Ausbeutung ihrer Arbeitskraft für Devisen – auch zum Profit westdeutscher Unternehmen.
Rodewills fotografische Spurensuche führt weiter in die verlassene Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg, wo sie die Machtzentrale Erich Mielkes dokumentierte. In den 41 Einzelgebäuden des »unheimlichen Blocks« wird die destruktive Macht der Geheimpolizei greifbar, die das Leben Tausender Menschen zerstörte.
Ein eindringliches Zeugnis über eine der dunkelsten Seiten der deutschen Geschichte – und eine Mahnung, dass die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit noch längst nicht abgeschlossen ist.
E-Book
Zahlr. Abbildungen
Erscheint 2026
ISBN 978-3-9821614-2-6 (ePUB-Reflowable)
ISBN 978-3-910471-77-1 (ePDF)
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