Honeckers Zuchthaus - Der Schrecken hat einen Namen

Es gab viele Orte in der ehemaligen DDR, die für ihr großes menschliches Leid berühmt wurden: Einer von ihnen war »Schloss Hoheneck«, ein geheimer Ort in Stollberg im Erzgebirge. Das ostdeutsche Frauengefängnis in der sogenannten »Frauenhölle« ist nach wie vor ein Synonym für die Verfolgung politisch unerwünschter Frauen in der DDR. Gefängnis des Terrors und geistige Zerstörung von Gefangenen, die Folter, Isolation in dunklen Arrestzellen, Körperverletzung und Vergewaltigung ausgesetzt waren. In Hoheneck war die DDR bedrückender als anderswo, da Willkür und Misstrauen das tägliche Leben Abertausender bestimmten.
Die Erinnerungen der Berliner Fotografin Rengha Rodewill an diesen authentischen Ort sind nicht nur Relikte eines untergegangenen Unrechtssystems, sondern auch ein Beweis dafür, was Menschen anderen Menschen antun können. Die Bilder nehmen uns mit auf eine Reise durch das bedrohlich und unheilvolle Gefängnis, das den Schrecken der Vergangenheit bis zur Gegenwart atmet. In acht Einzelschicksalen erzählen Frauen von ihrer Verfolgung durch die DDR-Staatssicherheit bis zur Inhaftierung in Hoheneck und ihrer Freilassung.

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Zahlr. Abbildungen 
Erscheint 2021
ISBN: 978-3-9821614-2-6

 

Eine Familie zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik 

Eine christliche Familie jüdischer Herkunft zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Berlin. Der Gymnasialprofessor Karl Pappenheim und seine Frau Erna geborene Nagel zogen in die Beletage in der Söhtstraße 1 in Groß-Lichterfelde und das erste Kind wird erwartet. Der Sohn Hans Eugen wurde 1908 geboren und 1910 begann die junge Mutter, ihren Berliner Alltag aufzuzeichnen. Das sind die Erlebnisse während der Ferien in Krummhübel, einer Stadt im Riesengebirge, dem heutigen polnischen Karpacz und im Ötztal mit Sohn und Kindermädchen. 1911 werden die Zwillinge Inge und Ursel geboren und Erna Pappenheim beobachtet und beschreibt die Entwicklung ihrer Kinder. Sie ist sehr vertraut mit dem Verhalten von Mädchen und Jungen, denn der Schwiegervater, der Fröbel Pädagoge Dr. Eugen Pappenheim hat sein Engagement für die Fröbelbewegung an seine Töchter Anna und Gertrud sowie an seinen Sohn Karl, Ernas Ehemann, weitergegeben. Herausragend war Eugen Pappenheims Tochter Anna, die als Anna Wiener-Pappenheim, Schulleiterin und hochgelobte Publizistin, mehreren Vereinen und Verbänden angehörte. Bei den Pappenheims besteht ein großer familiärer Zusammenhalt, vieles wird geteilt und gemeinsam gelebt. Die Aufzeichnungen von Erna Pappenheim spiegeln diese Zeit sehr anschaulich wieder, es ist ein bemerkenswertes Zeitdokument, das es uns ermöglicht, mit der unzureichenden Versorgung der Bevölkerung, die selbst im Großbürgertum als äußerst schmerzhaft empfunden wurde, am Leben in den Kriegsjahren teilzunehmen. Neben den Einträgen in den Tagebüchern der Erna Pappenheim erscheinen historische Fotografien der Familie, der Ferienorte, aber auch Feldpostbriefe, eingeführte Brotmarken von 1915 sowie die späteren Vollmilchkarten und Reichsfleischkarten. Die Tagebücher geben uns Einblick in eine Zeit der Bourgeoisie Berlins vor 100 Jahren.

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Zahlr. Abbildungen 
Erscheint 2021
ISBN: 978-3-9820572-3-1

 

Eva Strittmatters Spuren. Neuruppin bis Berlin.

Die Fotografin und Autorin Rengha Rodewill folgte mit ihrer Kamera zahlreichen Wegmarken ​​von Eva Strittmatter. Rodewill dokumentiert besondere Orte aus ihrer Heimatstadt Neuruppin, die Kindheit bei den Großeltern in Frankendorf und das Leben der Dichterin in Schulzenhof, auch die letzten Wochen in Berlin und ihre Beerdigung im Januar 2011. Die Künstlerin zeigt beeindruckende Fotografien ihrer Spurensuche. Sie erzählt auch von vielen persönlichen Treffen, Eindrücken, Gesprächen und Erinnerungen. Strittmatters legendäre Freiluftlesung in Potsdam-Babelsberg, »KunstRäume« öffnen, die im Mai 2003 bei Rodewill im Ateliergarten veranstaltet wurde, ist eines der besonderen Erlebnisse. Die Lesung wurde später »Donnerdichtung« genannt. Eva Strittmatter, die große Dame der deutschen Poesie, bleibt eine der beliebtesten und meistgelesenen zeitgenössischen Dichterinnen. Ihre Gedichtbände erreichen ein Millionenpublikum, gerade weil sie in ihren Gedichten bekennt, was andere in sich vergraben. »Spuren« erinnern an Eva Strittmatter.

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Zahlr. Abbildungen
Erscheint 2021
ISBN: 978-3-9820572-2-4

 

Es mag gut sein, Macht zu besitzen, die auf Gewehren ruht 

Ein Idyll der Einsamkeit, schrieb Goebbels am 3. November 1936 in sein Tagebuch im Blockhaus am Ostufer des Bogensees. Es ist so still und verlassen hier. Man kann denken, arbeiten, in Ruhe lesen, keine Telephonanrufe und Briefe, ganz sich selbst überlassen. Lida Baarová, die UFA Schauspielerin, seine Liduschka, die Geliebte, hielt sich oft am Bogensee auf. Magda Goebbels blieb in Berlin.
Dann wurde das Haus zu klein und im Oktober 1939 wurde ein neugebautes Landhaus auf der gegenüberliegenden Seite des Bogensees fertiggestellt. Goebbels zog sich zum Schreiben seiner Reden immer wieder dorthin zurück. Die Sportpalastrede Wollt Ihr den totalen Krieg vom 18. Februar 1943 ist hier entstanden. Seit Juni 1944 verfügte das Anwesen sogar über einen Bunker. Anfang 1945 verließ Joseph Goebbels das Landhaus für immer und am 22. April 1945 begab er sich mit seiner Frau Magda und den sechs Kindern in den Bunker der Reichskanzlei, um in den Trümmern der Reichshauptstadt gemeinsam zu sterben. 
Die Rote Armee eroberte das Landhaus in fast unbeschädigtem Zustand. Im März 1946 wurde es an den Provinzial Jugendausschuss übergeben. Der Kommunist und Journalist Wolfgang Leonhard beschreibt »Es waren die letzten Tage der Vorbereitung für die Gründung einer Organisation, die manche von ihnen zumindest durch die Literatur kennen, der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Ich kam am 5. Juni 1946 dorthin, Hermann Weber war bereits seit Ende Mai dort. Es war der erste Lehrgang der späteren FDJ-Schule, der vom 22. Mai bis 6. Juni dauerte. Der Lehrgang begann noch bevor die FDJ eigentlich gegründet worden war.«
Benannt wurde die Jugendhochschule 1950 nach des ersten Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik, Wilhelm Pieck, 1951 wurde der Grundstein für die Erweiterungsbauten der Hochschule gelegt. Der Architekt war Hermann Henselmann, im Stil des Sozialistischen Klassizismus.

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Zahlr. Abbildungen
Erscheint 2021
ISBN: 978-3-9821614-0-2


 

Wer Berlin hatte, dem gehörte die Welt 

Charles Ambergs künstlerischer Nachlass erzählt von einem großen Librettisten, Komponisten, Schlagertexter, Reklamezeichner, Regisseur, Choreographen und ja, auch von einem überaus erfolgreichen Tänzer. Wir werden mitgenommen in eine Zeit, die man später die »Goldenen Zwanziger«, oder die »Golden Twenties« nennen sollte. Man spürt es von New York bis Paris über London nach Berlin: Moloch, Weltstadt, Freudenhaus Europas – Berlin trägt alle diese Titel und verdient jeden einzelnen. Der Krieg ist vorbei, die alten Traditionen sind verschwunden und die Wirtschaft läuft wie nie zuvor, jetzt suchen die Menschen Zerstreuung. Für jeden Mann und jede Frau findet sich etwas, um dem Alltag der Langeweile und Sorgen zu entfliehen: Revue- und Varietétheater, Oper und Operette, Kabarett, Theater und Kino, Kostüm-, Witwen- und Transvestitenbälle. Rauschmittel wie Morphium und Kokain gehören dazu, Alkohol wird in Hülle und Fülle konsumiert und an den Börsen schnelles Geld verdient. Neue Musik und Tänze, insbesondere Swing, Shimmy, Foxtrott und Charleston, breiten sich wie ein Fieber in der Stadt aus. Vor allem aber die Revue, die die Opulenz von Operette und Varieté mit Kabarett vereint, ist ab Mitte der zwanziger Jahre das Unterhaltungsgeschäft in Berlin schlechthin. 
Während dieser Zeit kam Charles Amberg aus Kessenich bei Bonn nach Berlin und wusste sofort, dass er es nie bereut. Bald schreibt er Texte, die die Melodien der Komponisten verschönern und bis heute unvergesslich sind. Er hat unzählige berühmte Schlagertexte geschrieben, wie seinen größten Coup, den unverwüstlichen Gute-Laune-Foxtrott-Schlager »Wochenend und Sonnenschein« (Comedian Harmonists). Er inszeniert und choreografiert, führt Regie, entwirft Bühnenbilder und Kostüme, auch für das exotische Kabarett »Grille« in der Jägerstraße 11. Auf dem Programm die Nackttänzerin Anita Berber mit ihrem Ballett. Berber ist die Sensation Berlins, der Vampir, die Femme fatale – sie ist das Symbol für pure Exzesse. Der Österreicher Nico Dostal kommt 1924 nach Berlin, mit seiner ersten Operette »Clivia«, Libretto Charles Amberg, uraufgeführt am 23. Dezember 1933 im Theater am Nollendorfplatz, gelingt Dostal der Durchbruch als Operettenkomponist und Amberg als Librettist. Zwischen Amberg und dem Schöpfer der Haller-Revue Herman Haller besteht eine enge künstlerische Zusammenarbeit, wobei die Revue »Schön und Schick« herausragt. Die Premiere im überfüllten Admiralspalast in Berlin am 21. August 1928, schlug ein wie eine Bombe. Das Haller-Revue-Girl Mara Hummelt lernt Amberg in dieser Zeit kennen, sie wird seine Lebenspartnerin und Muse, Ambergs Ehefrau Elfriede war offen für diese Beziehung und akzeptiert sie – irgendwie.
Joseph Goebbels, in seiner Funktion als Reichsbevollmächtigter, verfügte den »Totalen Kriegseinsatz«, oder auch »Theatersperre« genannt, für alle Kulturschaffenden. Dieser Kriegseinsatz wurde am 24. August 1944 beschlossen und trat am 1. September 1944 in Kraft. Außerdem wurden alle öffentlichen Vergnügungsveranstaltungen ohne kriegswichtigen Bezug ab sofort verboten, dieses hatte die Schließung aller deutschen und österreichischen Theater und Kulturbetriebe zur Folge. Viele Künstler wurden zum Kriegsdienst eingezogen, oder an der Heimatfront in der Rüstungsindustrie beschäftigt, oder zu kriegswichtigen Tätigkeiten herangezogen. Im Juli 1944 bekommt Amberg von der Reichsschriftumskammer zwei Bescheinigungen für eine Reise nach Wien und für zwei Monate nach Wustrau/Mark Brandenburg, um dort aus beruflichen Gründen zu arbeiten. Charles Amberg wird bevorzugt als Künstler behandelt und für Veranstaltungen im Sinne der Kulturpropaganda herangezogen. Nach seinem Aufenthalt in Wustrau kehrt er Ende September 1944 nach Berlin zurück, er ist kraft- und mutlos geworden, eine Krankheit macht ihm mehr und mehr zu schaffen. Seine Lebenspartnerin Mara, mit der er bis zu seinem Tod in der Lietzenburger Straße zusammenlebte, ist an seiner Seite. Charles Amberg verstirbt am 15. August 1946 in einem Berliner Krankenhaus an einem aggressiven Krebsleiden.

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Zahlr. Abbildungen
Erscheint 2022
ISBN: 978-3-9820572-9-3

 

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